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Jul
31

Sehenswerte Ausstellung

Römischer Trinkbecher. Foto: Kleine Zeitung/Helmuth Weichselbraun

Römischer Trinkbecher. Foto: Kleine Zeitung/Helmuth Weichselbraun

Die aktuelle Sonderschau im Museum der Stadt zeigt, wie in Villach vor 200 Jahren gelebt und gefeiert wurde.

Wer Böses denkt, könnte daraus doch glatt schließen, dass die alten Römer gerne das eine oder andere Achterl (möglicherweise sogar Viertel) über den Durst getrunken haben. „Trinke aus mir“, stand – natürlich lateinisch – auf ihren Bechern. Praktisch, wenn man vor lauter Wein nicht mehr weiß, was man mit dem Gefäß anfangen soll, das gerade vor einem steht.

Zwei um 300 nach Christus hergestellte Becher dieser Art wurden bei Spittal/Drau gefunden. Sie sind derzeit im Rahmen der Ausstellung „Welt der Römer – Antikes Erbe in Villach und der Region“ im Museum der Stadt Villach zu sehen. „Wir wollen mit der Ausstellung zeigen, wie man in der damaligen Provinz Noricum gelebt hat“, sagt Museumsleiter Kurt Karpf. „Der Bogen spannt sich vom gesellschaftlichen Leben der Römer über Wirtschaft und Handel bis hin zur Religion.“

Museumsleiter Kurt Karpf. Foto: Kleine Zeitung/Helmuth Weichselbraun

Museumsleiter Kurt Karpf. Foto: Kleine Zeitung/Helmuth Weichselbraun

Kirchtag gab es natürlich noch keinen. Gefeiert wurden – wohl auch in Santicum, wie Villach damals hieß – die Saturnalien. Dieses ausgelassene Fest fand immer Ende Dezember zu Ehren des Gottes Saturn statt und dauerte mehrere Tage. Beispiele für das Geld, mit dem man damals die Zeche bezahlte, sind, gut gesichert in einer Art „Schautresor“, ebenfalls im Museum ausgestellt: die Münzen des 1955 im Villacher Stadtteil Auen entdeckten römischen Goldschatzes!

Ein Raum der Ausstellung ist dem „Vergnügungspark“ der Römer gewidmet: den Spielen in der Arena. Die Gladiatoren, die gegeneinander ebenso wie gegen wilde Tiere (in unseren Breiten vor allem Bären) antreten mussten, wurden von den Massen wie Popstars gefeiert. „Sie genossen Massagen und Bäder und bekamen die köstlichsten Speisen“, weiß Karpf. Das Luxusleben währte in der Regel nur kurz. Die meisten Gladiatoren kamen noch vor ihrem 30. Lebensjahr in der Arena ums Leben.

Die nächstgelegenen Spiele fanden in Virunum (bei Maria Saal) statt, das damals Hauptstadt der Provinz Noricum war. Wo sich das römische Villach alias Santicum befunden hat, kann man bis heute nicht genau sagen, da die Funde über das ganze heutige Stadtgebiet verstreut sind. Es bleibt also spannend.

Die Ausstellung ist noch bis Oktober 2016 zu sehen. Foto: Kleine Zeitung/Helmuth Weichselbraun

Die Ausstellung ist noch bis Oktober 2016 zu sehen. Foto: Kleine Zeitung/Helmuth Weichselbraun

Die Sonderausstellung „Welt der Römer – Antikes Erbe in Villach und der Region“ wird bis 30. Oktober 2016 gezeigt. Geöffnet ist das Museum der Stadt Villach von Dienstag bis Sonntag, jeweils von 10 bis 16.30 Uhr. Die Inhalte sind zum Großteil interaktiv und multimedial aufbereitet. Zu den Höhepunkten zählt ein „sprechender Grabstein“.

Mehr mehr über die Arena von Virunum wissen will, blättert in das Lux/Weichselbraun-Buch „Kärntens geheimnisvolle Unterwelt“. Wir durften dafür exklusiv durch den unterirdischen (und für manche letzten) Gang wandeln, durch den die Gladiatoren auf das „Spielfeld“ gelangten.

Georg Lux